15. September 2016
Mobilitätsmanagement – gemeinsam Lösungen finden!
Mobilitätsmanagement hilft, die Erreichbarkeit zu verbessern und bietet Lösungen für Unternehmen aller Grössen, wie die Lunchveranstaltung «Wirtschaftsfreundliches Mobilitätsmanagement» der Handelskammer beider Basel gezeigt hat.
„Wir wollen den Unternehmern den Floh «Mobilitätsmanagement» ins Ohr setzen und ihnen helfen, die kurz- und mittelfristigen Herausforderungen bei der Erreichbarkeit ihres Standorts zu meistern.“ So erläutert Martin Dätwyler, stv. Direktor der Handelskammer beider Basel, die Motivation der Handelskammer, sich dem Thema Mobilitätsmanagement anzunehmen. Die Handelskammer engagiert sich einerseits beim Güterverkehr, wie beim städtischen Güterverkehrskonzept Basel-Stadt, an dem die Handelskammer mitgearbeitet hat. Andererseits müssen kurz- und mittelfristig auch für den Personenverkehr in der Region Lösungen gefunden werden. Denn die grossen Infrastrukturen, die eine Verbesserung der Kapazitäten in der Region bringen, wie der Rheintunnel oder das Herzstück S-Bahn Basel, werden erst in 15 bis 20 Jahren realisiert.
Deshalb hat die Handelskammer das Projekt Wirtschaftsfreundliches Mobilitätsmanagement Basel gestartet und unterstützt Unternehmen dabei, ihre Mobilität aktiv zu planen. Neben dem Vermitteln von Information rund ums Thema, gehört der Dialog mit Experten und Praktikern als wichtiges Element dazu. An einem Mittagslunch der Handelskammer haben Ennio Perna von der Fachstelle Nachhaltigkeit der Basler Kantonalbank und Ingo Pohl, Head Strategy & Concepts, F. Hoffmann- La Roche, Real Estate Management, die Mobilitätskonzepte der beiden Unternehmen über 60 Interessierten vorgestellt.
Die Basler Kantonalbank (BKB) legt den Fokus beim betrieblichen Mobilitätsmanagement darauf, dass Mitarbeitende und Kunden das Unternehmen gut erreichen. Durch das räumlich begrenzte Gebiet, in dem die BKB tätig ist, hat das Mobilitätskonzept ebenfalls ein eng begrenztes Marktgebiet. Die BKB hat ihre Geschäftsflotte auf Elektrofahrzeuge umgestellt und damit ihren CO2-Ausstoss deutlich verringert. Auch erste Versuche mit ortsunabhängigem Arbeiten machen gemäss Perna nach einer sehr erfolgreichen Testphase „Lust auf Mehr“. Bereits kommen über 80 Prozent der Angestellten mit dem ÖV, dem Velo oder zu Fuss zur Arbeit. Dazu tragen auch Massnahmen wie das Jobticket des TNW, Veloabstellplätze oder Duschen bei.
Die Roche hat bereits seit sechs Jahren ein Mobilitätskonzept. Dieses ist explizit darauf ausgerichtet, alle Mobilitätsbedürfnisse abzudecken und nicht eine einzelne Verkehrsform zu bevorzugen. Es ist ein ganzheitliches Konzept, das mit wenigen Ausnahmen wie berufliche Sondersituationen oder persönliche Härtefälle, für alle Angestellten gleichermassen gilt. Damit ein Mobilitätskonzept funktioniert und Mitarbeiter auf ihrem Arbeitsweg möglichst auf das Auto verzichten, müssen einerseits eine attraktive Anbindung an den ÖV mit entsprechender Taktung sowie gewisse finanzielle Anreize von Seite der Unternehmen vorhanden sein, erläuterte Ingo Pohl. Weiter ist die interne Kommunikation, also die Ankündigung von Massnahmen, enorm wichtig. Denn Mobilität ist und bleibt ein emotionales Thema. Eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema lohne sich aber auf jeden Fall. Die Roche hat seit der Einführung des Mobilitätskonzepts den Anteil an ihren Mitarbeitenden, die den motorisierten Individualverkehr auf dem Arbeitsweg nutzen, um rund 25 Prozent gesenkt.
Martin Dätwyler wies darauf hin, dass für ein Mobilitätskonzept nicht zwingend grosse finanzielle Mittel investiert werden müssen. So reichen bereits Informationen und einfache Massnahmen, um Veränderungen zu erreichen. Die Lunchveranstaltung hat gezeigt, dass die Unternehmen in der Region Basel ihre Hausaufgaben machen, motiviert sind, sich dem Thema Mobilitätsmanagement anzunehmen und so die Erreichbarkeit des Standortes zu verbessern.
Sollten auch Sie Fragen rund um das Thema Mobilitätsmanagement haben, melden Sie sich bei uns.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter Standortpolitik
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